IMG 0576Der Rundweg "Wald und Wasser" HG 6 beginnt bei Höhr(-Grenzhausen) und geht am Brexbach und am Hinterster Bach vorbei bis nach Hillscheid und dann über den Limes-Weg zum Ausgangspunkt zurück. Er hat eine Länge von 14 km, von denen die ersten sieben kontinuierlich bergauf führen.

Kurz hinter Thiels Hütte geht es dann für sieben weitere Kilometer bergab. Der Weg führt gänzlich durch den Wald und wurde letzte Woche von der Koblenzer Wochenzeitung "Am Wochenende" unter der Überschrift "Stille Touren für schöne Tage: Wandern, wo weniger los ist" beworben.

Um es gleich vorauszuschicken: Weniger los war auf dem Wanderweg nur, wenn man ihn mit dem Winninger Weinfest vergleicht. Wir haben nämlich hunderte von Wanderern, Bikern und Hundebesitzern getroffen. Und das war auch gut so, denn trotz zahlreicher Schilder war der Wanderweg gar nicht so einfach zu finden.

Bereits 500 m hinter dem Wanderparkplatz ist der Weg wegen Baumfällarbeiten gesperrt. Eine Umleitung war nicht ausgeschildert. Glücklicherweise sind die Wanderer des Eifelvereins mit Karte und Kompass ausgerüstet, so dass wir die Sperrung umgehen konnten.

Leider sind die Wälder der Region im Moment wegen der jahrelangen Trockenheit (hier kann man den Klimawandel mit Händen spüren) und der Borkenkäferplage in einem katastrophalen Zustand. Deshalb muss die Forstverwaltung reagieren und große Flächen abholzen. Für die Wanderer hat das aus zwei Gründen katastrophale Folgen: 1. gibt es keine vernünftige Kommunikation über Sperrungen bzw. deren Aufhebung (mangelhafte Aktualisierung von Internetseiten) und 2. werden bei den Fällarbeiten regelmäßig Bäume mit Markierungen gefällt und Pfosten mit Hinweisschildern von den Fahrzeugen umgefahren. Wenn man jetzt dazu noch berücksichtigt, dass durch Corona viele Ausflugslokale geschlossen sind und die Touristiker davor warnen, die zuvor intensiv beworbenen Premiumwege zu begehen, dann wird es für den Wandertourismus in unserer Region katastrophale Folgen haben.

Es kam, wie es kommen musste. Nachdem wir bei Thiels Hütte den Gipfelpunkt erreicht hatten, waren keine Markierungen mehr zu finden. Die aufgestellten Übersichtskarten besitzen noch den Charme der 50er Jahre und kannten noch keinen HG 6. Glücklicherweise halfen uns Wanderer und Biker, uns Richtung Hillscheid durchzufragen, wo wir den Wanderweg wiederfanden.