P1000596Mittelalterliche Autoren haben den Rheingau als Paradies auf Erden beschrieben.

Nahezu alle bedeutenden Klöster hatten hier ihre Weingüter, um den berühmten Wein zu bekommen. Petra Heinz und Wolfgang Kretzschmar brachten unsere Wandergruppe nach Geisenheim, wo heute der Winzernachwuchs ausgebildet wird. In Schloss Johannisberg und auf Schloss Vollrads erfuhren wir viele Einzelheiten über die Adelsgeschlechter der Greiffenklau und Metternich. Nach vielen Fernblicken auf das Rheintal kamen wir nach Hattenheim. Elsjes Straußwirtschaft war allein schon eine Reise wert, wobei wir vom Rheingauer Wein nicht ganz so begeistert waren.

 

Zweiter Wanderbericht:

Vorbemerkung: In der Regel telefoniert der Administrator immer hinter den Wanderberichten her. Heute hat er gleich zwei bekommen. Danke!


15 Wanderfreunde trafen sich am Sonntagmorgen im Koblenzer Hauptbahnhof. Nach einer ca. 1stündigen Zugfahrt erreichten wir Geisenheim, den Ausgangsort unserer ca. 15 km langen Tour durch die Rieslingweinberge. Gegen Mittag sind wir bei herrlichem Sonnenschein auf Schloss Johannisberg angekommen, welches anstelle der früheren Benediktinerabtei im Jahre 1716 unter Fürstabt Konstantin von Buttlar aus Fulda erbaut wurde. Zu erwähnen ist auch, dass hier die Wiege der Spätlese zu finden ist: 1775 verspätete sich der Kurier, der die Erlaubnis zur offiziellen Weinlese in Fulda einholen musste, um einige Wochen. Die Trauben sind bereits verfault, werden jedoch trotzdem geerntet. Die edelfaulen Trauben kreieren den neuen Weinstil.
1816 gelangte das Schloss in die Hände von Clemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich, der dieses von Kaiser Franz I von Österreich für seine Verdienste im Wiener Kongress geschenkt bekam. Jedoch mit der Auflage den jährlichen Weinzehnt an das österreichische Kaiserhaus bzw. dessen Rechtsnachfolger abzugeben. Diese Vereinbarung gilt noch heute.
Interessant ist auch, dass der 50. Breitengrad genau hier am Schloss verläuft, eine Markierung unterhalb der Aussichtsterrasse weist darauf hin. Nach einer kurzen Rast am Weinausschank hinter der Schlosskirche bei einem Glas Wein oder Rieslingsekt „Fürst Metternich“ mit grandiosen Aussichten auf die Weinberge und die Rheinebene setzen wir unsere Wanderung fort.
Beim nächsten Höhepunkt der Tour „Schloss Vollrads“ erfreuen wir uns am Anblick der im Schlossgraben tummelnden prächtigen Karpfen, die so manchen Besucher an eine kulinarische Gaumenfreude denken lassen. Das Schloss wurde ca. im Jahre 1200 errichtet und gelangt im ersten Drittel des 14. Jahrhundert in die Hände der Familie von Greiffenclau. Der letzte Schlossherr aus dieser Dynastie ist im Jahre 1997 aufgrund gravierender finanzieller Probleme freiwillig aus dem Leben geschieden.
Wir verlassen den Weinhof mit Gutsausschank und kommen so wieder auf unsere Wanderroute, die uns ein Stück über den Rheinsteig führt. Die Rebstöcke sind bereits prall bestückt mit roten und weißen Trauben – die übrigens köstlich schmecken. Über den Ort Hallgarten gelangen wir nach Hattenheim, wo wir in der Straußwirtschaft „Zum Elsje“ unsere sehr schöne Rheingauwanderung mit einem zünftigen „Wanderschmaus“ ausklingen lassen.

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